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Mentalität auf den Philippinen

Wer länger auf den Philippinen bleibt, wird oft erkennen, daß Filipinos nicht immer leicht zu verstehen sind und in manchen Dingen rätselhaft bleiben. Man darf gewohnte westliche Standards nicht erwarten, oder gar als überlegen ansehen, denn ansonsten wird man sich schwer tun im Umgang mit Filipinos.

Großen Einfluß auf die philippinische Kultur hatten die Spanier, die fast 350 Jahre auf den Philippinen herrschten. Dies kann man auch deutlich an ihrer Religion erkennen, sind doch rund 90% der Filipinos Katholiken. Auch die US-amerikanische Herrschaft hat ihre Spuren auf die philippinische Kultur hinterlassen.

Trotzdem die Philippinen kulturell dem Westen ähnlicher sind als alle anderen süd- und südostsiatischen Länder, überwiegt, speziell im Familienleben, die südostasiatische Kultur.

Wichtige Werte auf den Philippinen

  • Freundlichkeit
  • Harmonie
  • Diplomatie
  • öffentliches Ansehen
  • Gruppenfähigkeit
  • gutes Benehmen
  • Höflichkeit
  • Toleranz
  • und ganz wichtig: die Familie

Auf den Philippinen ist es sehr wichtig, nie das Gesicht zu verlieren.
Zum Beispiel: Ehrlichkeit kann nur erwartet werden, wenn die Filipina oder der Filipino durch eine ehrliche Antwort nicht in Verlegenheit kommt.

Was man nicht erwarten sollte

  • Pünktlichkeit (15 Minuten zu spät ist angebracht)
  • Genauigkeit
  • Effizienz
  • Individualismus
  • Rücksichtnahme

Diese Werte, die für uns Europäer meist als selbstverständlich und als Tugenden gelten, werden in den Philippinen eher als Schwächen angesehen. Wer diese Punkte zu genau nimmt, und darauf beharrt, der tut sich selbst keinen Gefallen und macht sein Leben auf den Philippinen unnötig stressig für sich selbst.

Was man auf den Philippinen nicht erwarten sollte, ist Rücksichtnahme und Zivilcourage.

Der typische Filipino zeichnet sich nicht als Held aus, er wird einer Konfrontation immer aus dem Wege gehen, wird sich aber gerne irgendwann später aus dem Hinterhalt rächen.

Und Rücksichtsnahme auf Mitmenschen oder Nachbarn gibt es hier nicht. Wenn es dem einen gefällt, seine Karaokeanlage die ganze Nacht mit voller Lautstärke zu betreiben, ist es ihm egal, wie vielen Nachbarn er den Schlaf raubt. Aber es traut sich niemand, etwas zu sagen …

Und wenn du dir als Ausländer hier eine Wohnung oder ein Haus in einer schönen ruhigen Lage mietest oder kaufst, sei nicht überrascht, wenn dein Nachbar plötzlich mit der Zucht von Kampfhähnen beginnt, und du von nun an 24 Stunden pro Tag das sehr laute Gekrähe ertragen musst.

Verhaltensempfehlungen

  • Man sollte nie laut oder aggressiv werden oder ein arrogantes Verhalten an den Tag legen. Erstens erreicht man damit rein gar nichts, zweitens verliert man dadurch jeden Respekt, und man kann sich so unnötig leicht Feinde machen.
  • Harmonie ist sehr wichtig auf den Philippinen. Vermeidet Konfrontationen, und kritisiert nicht. Wenn man wirklich mal kritisieren muß, nie vor anderen Personen (Gesichtsverlust), und die Kritik in Komplimente einpacken.
  • Nicht belehren oder erklären, wie man etwas besser macht. Dein Gegenüber wird freundlich lächeln, jedoch in der Regel deinen Rat ignorieren. Wer zB will daß der Handwerker etwas anders macht als dieser geplant hat, am besten zuerst seine Arbeit loben, seinen Fleiß hervorkehren, und dann vorsichtig fragen, ob es nicht auch möglich ist, die Arbeit anders zu machen …
  • Auf die Frage “how do you like the Philippines” stets eine freundliche Antwort geben. Sagt, was euch gefällt! Vermeidet jede Kritik am Land oder seiner Regierung!
  • Wenn man jemanden heranwinkt, stets mit der Handfläche nach unten. Jemanden mit der Handfläche nach oben heranzuwinken gilt als unhöflich oder gar als beleidigend.
  • Wer streitsüchtig und besserwissend ist, wird niemals geachtet.
  • Wer sich über Kleinigkeiten aufregt, oder rumschreit, der erleidet einen Gesichtsverlust, und wird auch nicht mehr sehr ernst genommen.
  • Filipinos sind höflich, tolerant und suchen Harmonie, doch Achtung: wenn zuviel Alk im Spiel ist, dann ist es am besten, auf Distanz zu gehen, denn sonst kann man leicht Ärger bekommen. Und wenn Filipinos dann streiten, mischt euch niemals ein.

Regt euch nicht auf, sondern nehmt das Leben etwas lockerer als daheim. Erwartet euch keine Perfektion oder deutsche Gründlichkeit, dann könnt ihr hier ein sehr schönes Leben haben. Versucht nicht zu verändern, was nicht zu verändern ist!

Ein paar philippinische Besonderheiten

  • Hey Joe! – Dies wird man als Ausländer oft zu hören bekommen. Weniger in den Visayas, dafür umso häufiger in Luzon. Denn jeder westlich aussehende Ausländer heißt nun mal Joe. Dieser Gruss ist freundlich gemeint. Und auch wenn man kein Amerikaner oder ehemaliger GI ist, sollte man freundlich zurückgrüßen oder winken, und nicht unbedingt anfangen zu erklären, daß man weder Joe heißt noch Amerikaner ist.
  • Viele Filipinos haben wenig Geld zur Verfügung. Schulden machen ist normal. Man sieht auch überall jede Menge Pfandleihanstalten (pawn shops). Diese Mentalität sieht man schon beim Betrachten eines 500 PHP Scheines, worauf geschrieben steht: “Study now – pay later”.
  • Filipinos sind sehr auslandsorientiert. Importierte Produkte werden immer als besser als im Land hergestellte Produkte betrachtet. Auch wird ein Filipino, der Geld hat, lieber ins Ausland reisen, als die Philippinen zu erforschen.
  • In schlimmen Situationen, oder wenn jemandem ein Missgeschick passiert, wird gerne gelächelt. Das ist keine Gefühllosigkeit oder Schadenfreude, sondern normales Verhalten.

3 Kommentare

  1. Hey Joe ist freundlich gemeint…. …wie lange lebst du auf den Phils ? Wenn du Visaya od, Tagalog verstehen kannst, dann sollte dir klar werden , das Hey Joe auch nicht freundlich gemeint ist und dieses der Anfang von einer bestimmten Frage ist : Kwarta : Geld.

    Erzaehle doch bitte einmal den Interessierten Deutschen die auf die Phils auswandern moechten, wie es im taegl. Leben auf den Phils abgeht ( nicht nur in MNL) Ich meine das Abziehen, die Luegen, den Doppelstandard etc etc.. Danke

    Antworten
    • In einem gebe ich dir Recht: als Ausländer wird man gerne als Geldquelle gesehen. Es wird oft vorkommen, dass dich jemand fragt, ob du ihr/ihm Geld “leihen” kannst. Ob du damit schlechte Erfahrung machst, hängt von dir selbst ab, denn es liegt an dir, wie du damit umgehst, und ob und wem du Geld verleihst.
      Ich wurde schon öfters mit Hey Joe angesprochen – jedoch erfolgte das nie im Zusammenhang mit einer Frage nach Geld.

      Ja, dass man auf den Philippinen oft als Geldquelle gesehen wird, ist leider eine unangenehme Tatsache. Obwohl man auf den Phils gerne sagt: Honesty is the best policy … erwarte nicht zu viel Ehrlichkeit. Wenn du auf den Phils deutsche Tugenden erwartest, dann wirst du dir hier schwer tun.

      Antworten
  2. Hallo, möchte gerne bald für immer auf den Philippinen reisen und suche dort eine sichere Gegend und eine preiswerte Wohnung und mache es mir dort schwer, da ich dort keine deutsche Landleute getroffen habe.

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