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Jüngste Entführungen – wie gefährlich ist Mindanao?

Man hört immer wieder Reisewarnungen für Mindanao; alle Websites ausländischer Botschaften warnen vor Reisen nach Mindanao im Süden der Philippinen. Jedoch galten bisher nur gewisse Gegenden als gefährlich.

Das hat sich jetzt aber geändert: in den letzten drei Wochen kam es zu drei Fällen von Entführungen von Ausländern. Zwei der Entführungen erfolgten in als sicher geltende Gegenden.

Drei Fälle von Entführungen von Ausländern in drei Wochen

21.Sep.2015: Zwei Kanadier, ein Norweger und eine Filipina wurden um 11 Uhr nachts von einer Gruppe von 11 bewaffneten Tätern aus einem noblen Resort auf Samal Island, nahe Davao, entführt. Sie befanden sich auf einer Yacht der zum Oceanview Resort gehörenden Marina. Diese Gegend galt bis dato als sicherer Ort, und daher kam diese Entführung für alle überraschend. Bis dato fehlt jede Spur von den Entführungsopfern.

7.Okt. 2015: Ein Italiener, der seit seiner Tätigkeit als christlicher Missionar in den 80er und 90er Jahren in Mindanao lebt, wurde abends um 7 Uhr aus seiner Pizzeria in Dipolog City entführt. Die Täter zwangen ihn unter Waffengewalt in einen wartenden Van, der sie zu einem Motorboot brachte, welches Opfer und Entführer  zur 400 km entfernten Jolo Insel brachte. Diese Insel ist die Hauptbasis der mit Al-Quaeda in engem Kontakt stehenden Terroristengruppe Abu Sayyaf, welche bekannt sind für Entführungen, Enthauptungen und Terrorattacken gegen Ausländer und christliche Missionare.

8.Okt.2015: Ein sechs jähriges Mädchen mit britischer Staastbürgerschaft – ihr Vater ist Brite, ihre Mutter Filipina – wurde auf Basilan Island, im Süden Mindanaos, entführt. Der Tat verdächtigt wird MILF – Moro Islamic Liberation Front, welche für einen unabhängigen Staat im Süden der Philippinen kämpfen. MILF haben in der Vergangenheit schon öfters Ausländer entführt. Die Entführer verlangten von der Mutter 100.000 Pesos. Da die Mutter diese Summe nicht zur Hand hatte, entführten die Täter ihre Tochter.

Ist Mindanao zu gefährlich für Ausländer?

Die meisten Gegenden der Philippinen sind friedlich. Aber es gibt Gegenden, die als unsicher gelten. Terrorismus kann eine Gefahr für Touristen sein, und ist ein sich ausweitendes Problem.

Gewisse Gegenden in Mindanao sollten unbedingt gemieden werden, da hier die Gefahr von Entführungen durchaus gegeben ist – die Sulu-Inseln, die Zamboanga Halbinsel, General Santos area, Bukidnon – grob gesagt, der gesamte Süden und Südwesten von Mindanao. Als Tourist ist man ein potentielles Ziel von Entführern, da diese mit der Entführung von Ausländern eine erhöhte Aufmerksamkeit  erzielen, und auch höhere Lösegeld fordern können. Hier sind die islamistischen Terroristengruppen Abu Sayyaf und MILF die große Gefahr.

Diese Gefahr ist seit langem bekannt, und man glaubte zu wissen, wo man sicher unterwegs sein kann. Aber die beiden Vorfälle in Samal und Dipolog geben zu denken, da diese Gegenden als sicher galten.

Wie wirkt sich das auf dich als Tourist aus?

Meiden solltest du unbedingt die gefährlichen Gegenden in Mindanao. Der Rest des Landes können bereist werden, ohne dass man paranoid wird. Vermeide Gegenden, die als gefährlich gelten, und du wirst eine schöne Zeit auf den Philippinen verbringen.